Donnerstag, 28. September 2017

Ich bin nicht mein Schmerz - mein Mittel gegen Depression


Früher habe mich Menschen mit Depression ein wenig von oben herab angesehen. Mensch, kannst man sich nicht zusammenreißen? Wahrscheinlich wollte jemand da oben mir zeigen, dass man nicht kann, und Frau auch nicht. Wenn du hier unten bist, dann gibt es nichts zum Zusammenreißen, es ist schon alles zerrissen und du sitzt vor diesem Haufen und nein, du bist nicht einmal traurig. Selbst das ist dir egal. Man hat keine Kraft sich zusammenzureißen, wie nach einer OP oder schweren Krankheit fühlt man sich ausgelaugt und müde.
Und ja, man will auch nichts zusammenreißen (abgesehen davon, dass es eh nichts mehr zum Reißen gibt), weil eine riesige Unlust in das Haus der Seele einzieht. Du willst einfach nichts machen. Absolut nichts. Nach jedem Impuls folgt ein „Wozu?“.
- Normalerweise gehe ich um diese Zeit joggen, - denke ich.
- Wozu die Mühe? - fragt dabei eine andere Stimme.
- Für einen gesunden Körper, es tut den Muskeln und dem Kreislauf gut.
- Und wozu soll das gut sein?
- Um lange zu leben?
- Wozu?