„Jedes
Mal, wenn ich an den Männern vorbeigehe umklammert Angst meine Brust
und meinen Hals. Ich fühle, wie sie sich schwer auf meine Schultern
legt, wie eine Last, wie ein schweres Tuch. Ich habe Angst vor
Männern. Und ich meide jeden Blickkontakt mit ihnen. Ich will ihnen
nicht in die Augen zu sehen, weil ich Angst habe, dort Begehren zu
sehen oder zu spüren, wie ihr Blick an mir entlang schweift,
urteilend und wertend. Ich habe Angst vor diesem Blick, weil ich mich
nicht wertvoll fühle, ich habe in solchen Moment Angst, dass das
Endurteil des Betrachters „minderwertig“ sein wird. Oder noch
schlimmer, dass der Betrachter mich als eine wertvolle Beute sieht.
Ich könnte mich nicht wehren, ich wäre ihm hilflos ausgeliefert.
Ich wäre keine wertvolle Beute, ich wäre eine leichte Beute.