Anna
wachte wieder mit einer unglaublichen Schwere im ganzen Körper.
Keine Lust etwas zu machen und es fehlte hierfür auch die Kraft. Die
Großmutter kam ins Zimmer und setzte sich an den Bettrand. Ihre
runzelige Hand streichelte Annas Wange und legte sich dann zu der
anderen Hand in den Schoß. Die junge Frau folgte der Hand und legte
ihren Kopf auf die Oberschenkel der Großmutter.
Anna
hat nie geweint, alle hielten sie für stark. Und hier bei Oma da war
es als ob ein Damm brechen würde. Die Tränen flossen und haben Omas
Kleid schon durchnässt, hörten aber nicht auf zu fließen.
-
Weine dich aus, meine Liebe. Lass den Schmerz raus, – sprach die
Oma mit zärtlicher Stimme und streichelte liebevoll über den Kopf.
-
Oma, ich versteh das nicht! Warum? Warum ist das immer so? - fragte
Anna schluchzend immer wieder.
„Nicht
warum, sondern wozu“, könnte die weise Großmutter hinzufügen,
aber sie war ja weise und schwieg. Die rundliche Frau fuhr mit den
Fingern durch die Haare ihrer Enkeltochter, die weiter schluchzte.