Im tiefen Wald, da wo das Licht spärlich durch die dichten Zweige auf den mit Moos bedeckten Boden fällt, fand ein seltsamer Kampf statt. Eine Frau stand mit dem Rücken zu einem alten Baum und versuchte sich von ihm loszureißen. Mal gelang es ihr besser, mal wieder schlechter. Eine nach Teer aussehende Masse ging vom Baumstamm zur Hinterseite der Frau und jedes Mal, wenn sie sich nach vorne bewegte, so dehnte sich die Masse und es gab Hoffnung zu entrinnen. Schweißtropfen liefen der Frau von der Stirn, doch sie kämpfte unermüdlich weiter. Ein Schritt nach vorne, dann noch einer, die Beine waren nun fast frei, es zogen sich nur noch ein paar dünne Fäden zu ihren Oberschenkeln.
Ein lauter Schrei durchzog das Dickicht des Waldes, als die Frau sich ruckartig nach vorne neigte. Es war, als ob man ihr die Haut vom Leibe reißen würde, so sehr tat es weh. Tränen schossen ihr aus den Augen, sie biss die Zähne fest zusammen und doch konnte sie den Widerstand nicht aufrecht halten und es zog sie wieder zum Baum zurück. Sie spürte, wie ihre Füße auf dem Moos glitten und konnte es nicht verhindern. Resigniert weinte sie versunken im Teer und spürte, wie ihr Körper immer tiefer eingesogen wurde. Als sie ihre Finger nicht mehr bewegen konnte, hörte sie auf einmal eine leise, raue Stimme:
- Ihr Menschen, ihr seid schon ein lustiges Völkchen.
Ah, da unten, am Boden, da stand ein Wesen, das der Frau nicht mal bis zum Knöchel gereicht hätte. Es war rundlich, hatte ein bodenlanges einfaches Kleid mit einer Schürze und eine rote, spitze Mütze an. Es kam ein wenig näher.