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Hoch in den Bergen windet sich ein Pfad hinauf, auf dem zwei Männer mühsam und doch stetig voran kommen. Ihr Ziel ist ein kleines Kloster auf dem Gipfel, man sieht von weitem seine Turmspitze und hört auch immer wieder leise die Gebetsglocken erklingen.
- Glaubst du, der große Meister weiß alle Antworten? – fragt einer den anderen.
- Kommt wohl auf deine Fragen an, - schmunzelt der etwas ältere Mann. Er hat es sich zum Ziel gesetzt keine Ziele mehr zu setzen. Er genießt diesen Weg, er geht ihn ohne zu hoffen, dass er möglichst schnell ankommt. Er sucht nicht nach Antworten.
Schon bald erkennen die beiden bunte Fähnchen, die um den Torbogen flattern. Darunter steht ein hagerer Mann und schaut die Gäste freundlich an.
- Möge euch ein langes und glückliches Leben beschert sein, - begrüßt ihn der erste.
- Ich sehe das Licht in dir, - fügt der andere hinzu und verbeugt sich leicht vor dem Meister.
- Auch euch ein langes und glückliches Leben, - nickt der Meister.
- Ich sehe das Licht in euch. Ihr seid bestimmt müde vom langen Weg, - fügt er hinzu.
Während sie den Weg zu zwei kleinen Bänken mit einem Tisch entlang schreiten, zupft der jüngere Schüler den älteren am Ärmel.
- Hast du gehört? – flüstert er.
- Er sagte, er sieht das Licht in uns. In uns! Er denkt, ich bin auch erleuchtet!
