Dienstag, 28. Juli 2015

Was weißt du schon von Verzweiflung?

Ich gehe ins Kinderzimmer rein, der Hund trägt eine zugegeben recht hübsche Spitzenhaube in bleu, ein Oberteil mit Blümchen und ein orangefarbenes Bandana um den Hals. Die Kinder versuchen ihm gerade Babyschuhe anzuziehen. Ich sehe die Kinder an, versuche mich mit dem Schimpfen zurück zu halten. Dann sehe ich den Hund an, unsere Blicke treffen sich. "Was weißt du schon von Verzweiflung?"- steht in seinen Augen.

Ich gehe auf die Terrasse raus, die Kinder lesen brav, ich klopfe mir auf die Schulter, gut gemacht, gut erzogen. Da höre ich ein leises Aufwinseln, der Hund wird an den Hinterpfoten zurück auf den Sitzsack gezogen. Ich sehe ihn an, er sieht mich an und es schwappt über. "Was weißt du schon von Verzweiflung?"

Der Hund ist in den Garten gestürmt, ich hinterher, so schnell ich kann, weil ich ja noch im Nachhemd in. Also Zwischenstopp im Schlafzimmer. Der Hund steht mit gebuckeltem Rücken mitten auf dem Rasen und macht sein Geschäft. Ich fange an zu schimpfen, auch wenn ich verstehe, dass ich es nicht schaffen werde ihn zu packen und in die Büsche zu bringen. Er ist fast fertig, schaut mich an, dieser Blick unter der Stirn. "Was weißt du schon von Verzweiflung?"

Montag, 27. Juli 2015

Der Archivar und der Freigeist


Ursprünglich hiess sie Nastja, ich dachte an Anpassung und es wurde Natalie daraus. Ist ja mein Märchen, darf es übersetzen, wie ich will. Dann fand ich aber, dass es schade um den Namen ist. Hier also das ganze Märchen.

- Und glaub ja nicht, dass ich zurück kommen werde! Ich hasse dich! - schrie Nastja wütend als sie die Tür hinter sich zuschlug. Sie schmiss sich die Tasche auf die Schulter und stapfte die Treppe runter. Warum passiert das jedes Mal? Warum? Zuerst scheint es ein toller Typ zu sein und dann ist es aber genau so einer, wie der vorherige Kandidat. In solch düsteren Gedanken stolperte Nastja auf der vorletzten Stufe und purzelte runter. Gelandet war sie aber mit einem Aufschrei nicht vor der Ausgangstür, sondern im dunklen Keller. War sie so in Gedanken, dass sie eine Treppe zu viel runter gelaufen ist, den Ausgang verpasst hat und weiter runter gegangen war?

Gottchen ist es dunkel hier! Nastja versuchte das Treppengeländer zu ertasten, aber das misslang ihr. Weder eine Treppe, noch ein Geländer. Nicht einmal Wände. Böse Geschichte! Oh, was leuchtet denn da? Kann man da vielleicht raus? Wie lange sie ging, war schwer zu urteilen, denn sie bewegte sich langsam und unsicher. Und der Boden ist auch noch so uneben. Das Licht kam von einem Türspalt und Nastja öffnete die Tür vorsichtig. Ein langer Korridor, Regale mit Kisten und Mappen und irgendwo im hintersten Winkel brennt eine Lampe auf einem Tisch. Nastja ging auf sie zu und sah, dass es gar kein Korridor ist, es gibt sehr wohl Gänge zwischen den Regalen und dort weitere Reihen von Regalen voll mit Kisten und Mappen. Meine Güte, was ist das bloß?

Freitag, 24. Juli 2015

Der Archivar und der Freigeist - Teil 1

- Und glaub ja nicht, dass ich zurück kommen werde! Ich hasse dich! - schrie Natalie wütend als sie die Tür hinter sich zuschlug. Sie schmiss sich die Tasche auf die Schulter und stapfte die Treppe runter. Warum passiert das jedes Mal? Warum? Zuerst scheint es ein toller Typ zu sein und dann ist es aber genau so einer, wie der vorherige Kandidat. In solch düsteren Gedanken stolperte Natalie auf der vorletzten Stufe und purzelte runter. Gelandet war sie aber mit einem Aufschrei nicht vor der Ausgangstür, sondern im dunklen Keller. War sie so in Gedanken, dass sie eine Treppe zu viel runter gelaufen ist, den Ausgang verpasst hat und weiter runter gegangen war?

Gottchen ist es dunkel hier! Natalie versuchte das Treppengeländer zu ertasten, aber das misslang ihr. Weder eine Treppe, noch ein Geländer. Nicht einmal Wände. Böse Geschichte! Oh, was leuchtet denn da? Kann man da vielleicht raus? Wie lange sie ging, war schwer zu urteilen, denn sie bewegte sich langsam und unsicher. Und der Boden ist auch noch so uneben. Das Licht kam von einem Türspalt und Natalie öffnete die Tür vorsichtig. Ein langer Korridor, Regale mit Kisten und Mappen und irgendwo im hintersten Winkel brennt eine Lampe auf einem Tisch. Natalie ging auf sie zu und sah, dass es gar kein Korridor ist, es gibt sehr wohl Gänge zwischen den Regalen und dort weitere Reihen von Regalen voll mit Kisten und Mappen. Meine Güte, was ist das bloß?

Eine neue Inkarnation


Es hat mich so berührt, dass ich es übersetzt habe.
- Hallo, wen beobachtest du da?
- Hallo. Die da…
Die Angekommene sah in die gezeigte Richtung und erblickte ein hübsches, junges Paar, das so mit sich selbst beschäftigt war, dass sie keinen herum bemerkten, aber dafür fing es viele Blicke von Vorbeigehenden. War auch verständlich. Sie ist sehr schön, schlank, hat funkelnde Augen und helles welliges Haar, da er immer wieder berührte. Und er ist groß, kein Modelltyp, manch einer könnte ihn sogar etwas hässlich nennen, aber er hatte diese besondere Anziehungskraft. Männliche Kraft, Charisma, er gehörte zu denen, von denen man den Blick nur schwer abwenden kann, denn seine Gesichtszüge ziehen einen an wie ein Magnit. Von so einem Gesicht sagt man, es ist lebendig und er kannte eine Menge guter Geschichten und deshalb war es mit ihm leicht, interessant und spannend.
- Wer ist da?
- Meine zukünftigen Eltern…