Zwei feuerrote Streifen durchzogen den Himmel.
- Mama,
was soll ich nur tun?
- Was
meinst du mein Kind?
- Wenn
ich so glühe, wie es sich für mich gut tut, dann verbrennen sich an
mir die anderen. Sie fühlen sich von mir bedrängt.
- Lass uns runter gehen.
- Lass uns runter gehen.
Zwei
wunderschöne Feuervögel flogen senkrecht auf ein Felsplateau zu,
schlugen auf und verbrannten zu Asche. Aus der Staubwolke formten
sich zwei Gestalten, eine Frau und ein Mädchen. Die Konturen wurden
fester, zwei brennende Menschen setzten sich gegenüber.
- Ich
bin erstaunt, dass du das jetzt schon dein Feuer weniger heiß
brennen kannst, - sprach die Frau.
Das
Mädchen war sichtlich stolz auf sich.
- Aber
wie du richtig bemerkt hast, wir Feuergestalten müssen aufpassen,
dass wir heiß genug glühen, sonst geht es uns nicht gut, - setzte
die Frau hinzu.
- Ich
kann dir keine fertige Lösung anbieten. Aber ich kann dir helfen,
sie zu finden.
Das
Mädchen schaute die Frau erwartungsvoll an.
- Frage
dich doch bitte zuerst, wie wertvoll du dich fühlst. Wärst du
bereit dich aufzuopfern? Wärst du bereit etwas zu tun, was den
anderen gut tun würde, aber dir schaden würde?
- Nein,
- schüttelte das Mädchen mit dem Kopf.
- Gut.
Überlege dir mal, gibt es unterschiedliche Reaktionen auf dein
Feuer?
Die
Sonne ging unter, es wurde kälter, aber das störte die beiden
nicht.
- Nein, nicht jeder reagiert gleich auf mich, - sagte das Mädchen nach einer Denkpause.
- Nein, nicht jeder reagiert gleich auf mich, - sagte das Mädchen nach einer Denkpause.
- Manche
fangen mein Feuer und brennen mit mir, sie brennen, aber sie
verbrennen sich nicht. Und manche können mich anfassen, fangen kein
Feuer und bleiben auch heil.
- Stimmt
genau. Und nun sag mir, mein Kind, warum ist das so?
- Weil
jeder anders ist.
- Und
diese Andersartigkeit gilt es zu respektieren.
- Das
tue ich doch auch. Ich bin wie ich bin und so dürfen auch die
anderen sein, wie sie wollen.
- Du
bist schon sehr weise, meine Liebe, - lobte die Frau.
- Heißt
das, ich soll diejenigen, denen ich zu heiß bin meiden? - fragte das
Mädchen traurig.
- Nein,
sollst du nicht. Lass dein Licht leuchten. Brenne so heiß, dass es
dir gut tut. Lerne nur solche Menschen zu erkennen und in ihrer
Gegenwart dein Licht etwas anzupassen. Vergiss aber nie, du bist ein
Feuervogel. Lass dein Licht leuchten!

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