Freitag, 4. März 2016

Ich distanziere mich von meinem Mann, was tun?

"Geht es hier in dieser Beziehung weiter? Und wenn ja, wie?" - diese Frage habe ich mir vor einiger Zeit sehr oft gestellt.

Ich versuche mal meine (Fort-)Schritte so zu beschreiben, dass es sich nicht allzu belehrend anhört.
1. Bei einem Medialität-Seminar habe ich meinen Ausbilder um Rat gefragt. Er meinte, das Band der Liebe kann sich durchaus dehnen. Daraufhin hatte ich ein Bild im Kopf: Ich besteige einen Berg und schleppe meinen Mann hinter mir her. Hab dann ein Heilmärchen für mich geschrieben. Ein Puma kam hat mich belehrt, ich solle ihn los lassen. Es war ein schmerzhafter Prozess und dann habe ich, aber sein Sicherungsseil durch geschnitten und oben auf dem Bergplateau die komplette Bergsteiger-Ausrüstung abgelegt. Und da habe ich erst das Band der Liebe gespürt, das uns verbindet. Er muss nicht mit mir auf den Berg hoch. Er kann auch außen rum gehen. Unser Band spannt sich und wenn es stark genug ist, dann dehnt es sich nur und reißt nicht.
2. Ich bin dem HT beigetreten und habe mich auf mein Wachstum konzentriert. Nik mag Veit nicht, also bleibt alles, was ich beim HT lerne bei mir.  Beim BootCamp wurde es schwieriger, weil er ja die Webseite macht. Vorschläge vom Veit wurden feindlich angenommen. Dann folgte aber die Bestätigung von einer Suchoptimierungs-Expertin und einer Anwältin. Dann nahm er es an. Ich wachse und ich achte darauf, dass ich wachse. Er darf mich begleiten. Er darf, er muss nicht.
3. Reden. "Wir müssen miteinander viel reden" - diese Überzeugung hat mir sehr lange mein Leben vermiest. Wir können und dürfen, aber wir müssen nicht. Warum will ich mit ihm reden? Weil ich ihn beeinflussen und kontrollieren will UND weil ich mich ihm mitteilen will. Ich will, dass er mich kennt. Aber wenn er gerade von mir nichts wissen will, wenn er gerade so voll mit seinen Problemen ist, dann warte ich lieber, bis er sich neugierig zeigt. In vielen Fällen will ich mich einfach mitteilen, es muss gar nicht der Mann sein. Ich schreibe seitdem mehr in Blogs, Foren, bei FB und an Freundinen. Ich telefoniere mehr, ich quatsche mich aus. Und dann passiert was spannendes: Er nimmt mich als geheimnisvoll wahr und fragt selbst nach: Wie war denn die Ausbildung heute. Und selbst hier muss ich sehr einfühlsam sein. Wie viel Info braucht er gerade von mir? Reicht vielleicht schon ein kurzes "War schön" aus?
3. Distanz. Mein Universum kreist umher, seins auch, manchmal berühren sie sich und an diesem Schnittpunkt gibt es dann Wonne, Glück, Nähe. Dann gehen die Welten wieder auseinander und das ist auch in Ordnung so.

Zusammen: Wir tanzen, wir machen Muskel-Aufbau, wir essen, wir gehen aus, wir wandern oder spazieren, wir sehen einen Film an, wir kuscheln, wir haben Sex, wir räumen evtl. auf (manchmal mache ich es auch allein).

Getrennt: seine Arbeit, meine Arbeit, mein Alltag zu Hause und im Gericht, ich kümmere mich zu Hause um die Kinder, ich habe meine Interessen, er seine Hobbys.

Am Anfang unserer Beziehung haben wir alles zusammen gemacht, nur in der Arbeit waren wir getrennt. Aber auf Dauer wird es zu eng so. Wo bleibt meine Identität? Wo bleibe ich mit meinen Bedürfnissen?
4. Liebe zu sich. Ich liebe mich immer mehr und dann wird es weniger wichtig, ob er mich auch liebt. Ich liebe ihn und ich schenke ihm meine Liebe. Schön, wenn was zurück kommt, aber ich schenke und erwarte kein Gegengeschenk. Ich liebe mich und ich gönne mir viel Gutes. Ich achte darauf, dass ich mich verwöhne. Ich mich selbst. Wenn er dann mich auch noch verwöhnt, ist es ein schönes Sahnehäubchen, aber den Kuchen habe ich auch so gerne gegessen.

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