Heute ist die letzte Lektion von Love Revolution und die Aufgabe war sich zu einem Ort zu begeben, der einem heiligt ist, um dort die Liebe zu treffen. Nein, nicht die Liebe des Lebens in Form einer Person. Die Liebe selbst.
Wohin soll ich gehen? In meinen Garten? Oder in mein Nähkämmerlein? Ein hübsches Cafe? Nein, diese Orte an denen bin ich zwar gerne, aber heilig sind sie mir nicht. Das einzige was mir einfällt ist eine Bergkapelle. Die ist aber in Wagrain in Österreich und ich werde da nicht einfach so schnell hin fahren können. Na gut, dann gäbe es noch die Wallfahrtskirche in Altötting. In der fühle ich so eine gewisse Ruhe und der Ort ist mir heilig, auch wenn ich nicht unbedingt gläubig im christlichen Sinne bin. Früher haben die Menschen Kirchen intuitiv an Kraftorten gebaut. Ihr wisst schon, diese besonderen Orte, wo es einem einfach gut geht. Man weiß nicht wieso, aber es fühlt sich herrlich an.
Altötting ist mir aber zu weit. Ich hab's! Ich gehe in die Kirche bei uns im Dörfchen hin. Mit Laptop oder Handy mit Ohrhörern habe ich mich das nicht getraut, die Lektion habe ich mir dann zu Hause angehört. Ich habe mich ein wenig fein gemacht, schwarze Hosen rausgeholt, ein helles Oberteil, wollte eine Blume aus meinem Garten der Liebe als Geschenk mitbringen, aber ich habe es dann doch vergessen.
Ich drückte die große schwere Klinke an der genau so schwer aussehenden Tür und war enttäuscht. Zugesperrt. Schade. Oder vielleicht geht die Tür nach außen auf? Tatsächlich. Mir ist es nie aufgefallen, dass bei uns tatsächlich alle Türen nach innen aufgehen. Ich trat ein und die Stille umarmte mich. Sie begrüßte mich, empfing mich gastfreundlich. Meine Schritte hallten in die hohe Decke hinauf. Ob die Liebe hier wirklich ist? Ich sah mich um. Überall Bilder von Leidensgeschichten, überall Abbildungen von Menschen, die sterben oder einen Gesichtsausdruck mit viel Leid haben. Nein doch, da hinten ist Josef, Maria und Jesus, das sieht friedlich aus. Liebevoll? Nein, friedlich.
Die pompösen Verzierungen von Maria mit Kind auf dem Arm rufen in mir fast Empörung hervor. "Du sollst dir kein Gottesbild machen." Und das? Maria trägt einen goldenen Umhang, hat eine reiche Krone auf dem Kopf und in der Hand ein königliches Zepter. Jesus auf dem Arm hat einen Reichsapfel in der kleinen Hand. Die Menschen haben aus einer einfachen Frau eine Königin gemacht. Sie weit oben hingestellt. Und dabei meinte auch Jesus, das man niemanden als Idol auf ein Podest stellen sollte.
Ich stehe auf und gehe nach vorne zum Altar. Ich habe keine Ahnung ob man das darf, ich bin alleine in der Kirche. Hier sehe ich noch mehr Pracht und viele-viele Verzierungen an den Fenstern und Wänden.
- Hallo, - höre ich da eine leise Stimme in meinem Kopf und fühle mich auf einmal geborgen.
Ich stehe direkt unter einer Kreuzbogen-Schnittstelle und mir ist, als ob von da oben die Liebe persönlich runter fliesst.
- Schön, dass du gekommen bist, - sagt sie.
- Ich dachte, du bist hier nicht, - staune ich.
- Ich bin mit dir verabredet, also kam ich.
- Warum haben sich die Menschen diese Bilder erschaffen? - frage ich und zeige auf die Herrlichkeit des Altars.
- Ihr Leben war so schwer und unerträglich, dass sie einen Glauben gebraucht haben. Einen Glauben, dass es ihnen irgendwann und irgendwo besser gehen wird. Es ist doch sehr verlockend zu glauben, dass man ja nur brav die Gebote einhalten soll, in die Kirche und zum Beichten gehen soll und dann, dann darfst du in den Himmel.
- Aber, - wende ich ein.
- Was? - fragt die Liebe sanft.
- Ist es nicht umgekehrt? Ist es nicht so, dass wir schon im Himmel sind? Wir haben so viel, was die Wesen ohne einen Körper nicht haben. Wir können riechen, schmecken, fühlen, wahrnehmen...
Die Liebe antwortet nicht, ich sehe mir die einzelnen Blumenranken auf den Säulen an. Ein Blümchen wie das andere. Du meine Güte, das war eine unglaubliche Arbeit. So akribisch, so akkurat und so weit oben.
- Ja, du hast Recht. Der Himmel ist bereits auf Erden, aber... - sie verstummt mitten im Satz.
- Krieg, Gewalt, Drogen, Sinnlosigkeit, sich verloren fühlen, sich einsam fühlen? Meinst du das? Das ist nicht himmlisch? Aber das haben auch die Menschen erschaffen und sie können es auch beenden.
Die Liebe schweigt wieder. Und ich lasse mich von ihr umhüllen. Es ist wundervoll. Wie eine warme Dusche, ein Kribbeln im ganzen Körper und meine Lippen formen sich zu einem Lächeln.
- Verstehst du jetzt? - fragt sie.
- Fühlen das auch die Menschen, die hierher kommen? - frage ich.
- Manche ja, manche nicht, - antwortet sie.
- Wenn sie ihr Herz öffnen können, für die wahre Liebe, dann schon.
- Und was ist die wahre Liebe?
Wenn man so lebt, dann kann man nichts falsch machen, in Liebe leben, mit Liebe im Herzen. Ich höre die Tür knarren und gehe schnell die Stufen runter. Nicht, dass es wirklich nicht erlaubt ist. Ich will niemandem das Gefühl geben, ich würde seinen Glauben nicht achten.
Bitte versteht meine Empörung gegen die Pracht in der Kirche nicht falsch. Es ist nur etwas, was ich nicht verstehen kann. Du sollst dir kein Gottesbild machen. Bitte, wenn jemand mir das erklären kann, dann tut es.
Wohin soll ich gehen? In meinen Garten? Oder in mein Nähkämmerlein? Ein hübsches Cafe? Nein, diese Orte an denen bin ich zwar gerne, aber heilig sind sie mir nicht. Das einzige was mir einfällt ist eine Bergkapelle. Die ist aber in Wagrain in Österreich und ich werde da nicht einfach so schnell hin fahren können. Na gut, dann gäbe es noch die Wallfahrtskirche in Altötting. In der fühle ich so eine gewisse Ruhe und der Ort ist mir heilig, auch wenn ich nicht unbedingt gläubig im christlichen Sinne bin. Früher haben die Menschen Kirchen intuitiv an Kraftorten gebaut. Ihr wisst schon, diese besonderen Orte, wo es einem einfach gut geht. Man weiß nicht wieso, aber es fühlt sich herrlich an.
Altötting ist mir aber zu weit. Ich hab's! Ich gehe in die Kirche bei uns im Dörfchen hin. Mit Laptop oder Handy mit Ohrhörern habe ich mich das nicht getraut, die Lektion habe ich mir dann zu Hause angehört. Ich habe mich ein wenig fein gemacht, schwarze Hosen rausgeholt, ein helles Oberteil, wollte eine Blume aus meinem Garten der Liebe als Geschenk mitbringen, aber ich habe es dann doch vergessen.
Ich drückte die große schwere Klinke an der genau so schwer aussehenden Tür und war enttäuscht. Zugesperrt. Schade. Oder vielleicht geht die Tür nach außen auf? Tatsächlich. Mir ist es nie aufgefallen, dass bei uns tatsächlich alle Türen nach innen aufgehen. Ich trat ein und die Stille umarmte mich. Sie begrüßte mich, empfing mich gastfreundlich. Meine Schritte hallten in die hohe Decke hinauf. Ob die Liebe hier wirklich ist? Ich sah mich um. Überall Bilder von Leidensgeschichten, überall Abbildungen von Menschen, die sterben oder einen Gesichtsausdruck mit viel Leid haben. Nein doch, da hinten ist Josef, Maria und Jesus, das sieht friedlich aus. Liebevoll? Nein, friedlich.
Die pompösen Verzierungen von Maria mit Kind auf dem Arm rufen in mir fast Empörung hervor. "Du sollst dir kein Gottesbild machen." Und das? Maria trägt einen goldenen Umhang, hat eine reiche Krone auf dem Kopf und in der Hand ein königliches Zepter. Jesus auf dem Arm hat einen Reichsapfel in der kleinen Hand. Die Menschen haben aus einer einfachen Frau eine Königin gemacht. Sie weit oben hingestellt. Und dabei meinte auch Jesus, das man niemanden als Idol auf ein Podest stellen sollte.
Ich stehe auf und gehe nach vorne zum Altar. Ich habe keine Ahnung ob man das darf, ich bin alleine in der Kirche. Hier sehe ich noch mehr Pracht und viele-viele Verzierungen an den Fenstern und Wänden.
- Hallo, - höre ich da eine leise Stimme in meinem Kopf und fühle mich auf einmal geborgen.
Ich stehe direkt unter einer Kreuzbogen-Schnittstelle und mir ist, als ob von da oben die Liebe persönlich runter fliesst.
- Schön, dass du gekommen bist, - sagt sie.
- Ich dachte, du bist hier nicht, - staune ich.
- Ich bin mit dir verabredet, also kam ich.
- Warum haben sich die Menschen diese Bilder erschaffen? - frage ich und zeige auf die Herrlichkeit des Altars.
- Ihr Leben war so schwer und unerträglich, dass sie einen Glauben gebraucht haben. Einen Glauben, dass es ihnen irgendwann und irgendwo besser gehen wird. Es ist doch sehr verlockend zu glauben, dass man ja nur brav die Gebote einhalten soll, in die Kirche und zum Beichten gehen soll und dann, dann darfst du in den Himmel.
- Aber, - wende ich ein.
- Was? - fragt die Liebe sanft.
- Ist es nicht umgekehrt? Ist es nicht so, dass wir schon im Himmel sind? Wir haben so viel, was die Wesen ohne einen Körper nicht haben. Wir können riechen, schmecken, fühlen, wahrnehmen...
Die Liebe antwortet nicht, ich sehe mir die einzelnen Blumenranken auf den Säulen an. Ein Blümchen wie das andere. Du meine Güte, das war eine unglaubliche Arbeit. So akribisch, so akkurat und so weit oben.
- Ja, du hast Recht. Der Himmel ist bereits auf Erden, aber... - sie verstummt mitten im Satz.
- Krieg, Gewalt, Drogen, Sinnlosigkeit, sich verloren fühlen, sich einsam fühlen? Meinst du das? Das ist nicht himmlisch? Aber das haben auch die Menschen erschaffen und sie können es auch beenden.
Die Liebe schweigt wieder. Und ich lasse mich von ihr umhüllen. Es ist wundervoll. Wie eine warme Dusche, ein Kribbeln im ganzen Körper und meine Lippen formen sich zu einem Lächeln.
- Verstehst du jetzt? - fragt sie.
- Fühlen das auch die Menschen, die hierher kommen? - frage ich.
- Manche ja, manche nicht, - antwortet sie.
- Wenn sie ihr Herz öffnen können, für die wahre Liebe, dann schon.
- Und was ist die wahre Liebe?
Wenn man so lebt, dann kann man nichts falsch machen, in Liebe leben, mit Liebe im Herzen. Ich höre die Tür knarren und gehe schnell die Stufen runter. Nicht, dass es wirklich nicht erlaubt ist. Ich will niemandem das Gefühl geben, ich würde seinen Glauben nicht achten.
Bitte versteht meine Empörung gegen die Pracht in der Kirche nicht falsch. Es ist nur etwas, was ich nicht verstehen kann. Du sollst dir kein Gottesbild machen. Bitte, wenn jemand mir das erklären kann, dann tut es.
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