Erziehung. Ehrlich gesagt, mag ich dieses Wort überhaupt
nicht. Das klingt so, als ob das Kind nicht richtig wäre, so wie es ist.
Als ob es ein Stück formloser Ton wäre und man muss daraus was machen.
Aufziehen, ja, das ist schon besser. Da sein, den Nährboden bieten,
unterstützen, helfen, etwas beibringen. Wobei ich da immer einen Spruch
im Kopf habe, der bei uns in der Schule in der Garderobe hängt. "Ich
hätte so manches besser verstanden, wenn man es mir nicht erklärt
hätte." Also eher zeigen, vorleben. Wenn ich Teigtaschen mache z. B.
muss ich höllisch aufpassen, dass ich nicht rum meckere, dass die Kinder
es nicht so machen, wie ich es gerne hätte. Sie lernen durch mich, sie sehen, wie ich es mache und machen es mir nach.
Zu diesem Thema gibt es ein tolles Video. Genau das meine ich eben. Den Menschen zum Objekt machen.
Aus
meiner Sicht es am besten, wenn man die Kinder wie Blumen behandelt.
Genug Dünger (also Impulse von außen, Spielsachen, Bücher, aber auch
nicht zu viel), gute Atmosphäre (liebevoller Umgang miteinander, respekt- und verständnisvoll), genug Sonne (Liebe, Liebe, Liebe), genug Wasser (Essen
und alles was mit Sicherheit zu tun hat, also auch Kleidung und ein
sicheres Zuhause), Stützen und Rankhilfen anbieten (helfen, wo sie
geholfen werden wollen, hilf mir es selbst zu tun) und sich an der
Schönheit der Blume freuen.
Bringt es was, wenn ich
der Blume vorschreibe, wie sie zu sein hat? Aber es bringt was, wenn ich
sie vor Frost und Hagel schütze, aber auch nicht zu viel. Nur solange
sie empfindlich ist. Ansonsten ja, auch erfrieren lassen. Das ist der
Lauf der Natur. Im Frühling blüht sie dann wieder. Nur wir Menschen
haben eben einen längere Blühzeit.
Bringt es etwas,
wenn ich die Blume in einen Rahmen zwinge? Ihr Regeln aufstelle? Sie
einzwänge? Ich hatte da mal eine Geschichte gelesen, in der ein kleines
Bäumchen von den herumstehenden Bäumen immer Ratschläge bekam. Es soll
sich doch nicht so breit machen und es soll doch die Äste schon nach
oben ziehen und es soll doch bitte auch die Blätter abwerfen. Und zum
Schluss kommt ein Pärchen an dem Baum vorbei und der Mann wundert sich
wie aus dieser besonderen Pinie ein so krummes Bäumchen werden konnte.
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