Trockenfasten - Wie ging es mir damit und warum habe ich das gemacht?
Gestern habe ich zum ersten Mal Trockenfasten ausprobiert. Es war ein Teil von meinem leeren Tag. Ich wollte mir richtig frei nehmen, indem ich:
- nicht rede
- nichts schreibe
- nichts lese
- nicht arbeite
- nichts plane
Und eben nichts esse und trinke.
Der Tag war spannend.
1. Hätte ich nicht gedacht, dass es so schwer ist, in diesem Moment zu bleiben. Ständig habe ich gedacht: "Und das kannst du dann so machen." Oder: "Und morgen brichst du das Fasten wie auf dieser Ayurveda-Seite beschrieben."
2. Ideen über Ideen. Auf einmal waren sie da. Ich war kurz davor mein Schreib-Verbot zu brechen. Ideen zu Webinaren und zu Kapiteln in zukünftigen Büchern. Einsichten und Verbesserungsvorschläge. Warum mache ich etwas, was mir nicht gut tut und wie könnte ich es anders machen.
3. Joggen und Yoga waren meine Rettung. Das habe ich mir erlaubt. Und wie gerne ich dann gejoggt bin! Beim Yoga hatte ich Lust die volle Session zu machen. Erlaubt habe ich mir drei Handlungen: Vor dem Hauseingang fegen, joggen und Yoga. Habe dann noch etwas Boogie-Wooge geübt.
4. Nicht reden ist das schwierigste. Mit zwei Kindern (und später sogar mit drei, weil die Große Besuch hatte) und einem Ehemann im Haus ist das wirklich nicht einfach. Aber auch von 8.00-13.00 sind mir ein paar Worte an den Hund raus gerutscht. Oder Grußworte beim Joggen und Schrittzählungen beim Tanzen.
5. Sich nicht ausdrücken insgesamt war ebenfalls eine Herausforderung. Ich war immer wieder versucht W-Lan zu aktivieren und per WhatsUp etwas zu chatten. Was ich dann am Abend noch gemacht habe. Aber das war nachdem mein Gatte und ich uns warm geredet hatten.
Wie ging es mir mit Trockenfasten.
Es fiel mir erstaunlich leicht. Ich hatte mir das irgendwie total anstrengend vorgestellt. Nee, ging alles glatt. Wobei ich ja jetzt noch nicht raus bin. Der halbe Liter leicht gesalzenes Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft wird erst um acht getrunken, dann bin ich bei 36 Stunden Trockenfasten.Ich hatte immer wieder einen sehr trockenen Mund, dann habe ich ihn mit Wasser ausgespült. Mich hat es weniger gefröstelt, als beim normalen Fasten nur mit Wasser oder Brühe. Zum Saftfasten sah ich keinen Unterschied, außer dass ich am Abend etwas vitaler war. Ansonsten war ich immer schon um 8.00 Uhr schlapp.
Ich habe viele Ruhepausen eingelegt. Hab mich dabei entweder hin gelegt und 15-30 Minuten geschlafen oder einfach nur die Augen zu gemacht und nach Innen gelauscht.
Und beim Joggen war ich natürlich viel schneller müde. Nur 40 Minuten statt meiner gewöhnlichen Stunde. Na gut, 10 Minuten bin ich noch mit dem Fahrrad zum Wald gefahren. Aber auch da, musste ich runter schalten, weil ich Herzrasen bekam. Geschwitzt habe ich ganz wenig, was beim Joggen bei mir auch außergewöhnlich ist.
Am Abend hat das Gefühl, dass sich eine Blasenentzündung anbahnt. Ihr wisst schon, so ein Brennen und das Gefühl, man muss ständig. Wärmeflasche drauf, fünf Minuten später war es weg.
Darmspülung
Ich schreibe nur ein bisschen zu diesem nicht so appetitlichen Thema. Gegen Abend habe ich einen Druck im Darm verspürt und entschloss mich da durch zu spülen. Erst ein 600 ml, kurz halten, raus lassen. Dann noch mal 300 ml und ab zum Schulterstand sowie den Bauch schön durch schütteln.Und am liebsten hätte ich diese zweite Masse in der Toilette fotografiert. Für all die Ärzte, die behaupten, der Körper habe überhaupt keine Probleme mit der Ausscheidung von Schlacken. Ich meine, in der Früh war ich groß und wenn ich einen ganzen Tag nichts esse, dann dürfte der Darm ja komplett entleert sein, oder? Ist er aber nicht.
Das gleiche Procedere habe ich dann eine Stunde später mit warmen Kamillentee wiederholt. Noch mehr rausgespült und noch dreckiger als vorher.
Was hat mir das Trockenfasten gebracht?
Ich fühle mich irgendwie leichter, obwohl nur ein Kilo weg ist. Und nein, das ist nicht nur Wasser. Meine Waage sagt, es sind 0,4% Fett weniger geworden. Was bei mir gut 600 g Fett entspricht. Die Wasser-Prozente sind dabei erstaunlicherweise gestiegen.
Mein Darm hat eine sehr gute Reinigung bekommen. Der ganze Verdauungstrakt hatte seine verdiente Auszeit. Wenn der Körper nicht mit der Verdauung beschäftigt ist, dann bleibt ihm viel mehr Energie für Selbstheilung. Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Wobei ich erhofft hatte, dass der Ausschlag auf dem Rücken weg sein wird.
Ich fühle mich klarer im Kopf sowie entspannter im Körper. Abgesehen von dem leichten Zittern in den Fingern. Es tut wirklich gut, die Außenwelt mal außen zu lassen. Auch wenn es mir gestern noch nicht so gut gelungen ist. Das war eigentlich bei mir auch der Grund fürs Trockenfasten.
Wenn ich die Interaktion mit der Außenwelt ausschliessen oder einschränken möchte, dann will ich auch aufs Essen und Trinken verzichten. Ich glaube ja, dass alles Information ist bzw. mit Information beladen ist.
Trockenfasten hat mir geholfen bei mir zu bleiben. Aber beim nächsten leeren Tag werde ich es wahrscheinlich doch nicht machen. Ich weiß nicht, wie andere es schaffen dabei zu arbeiten. Ich war furchtbar unkonzentriert und müde. Die Ausdauer war wirklich nicht gut.
Und meine wichtigste Motivation: Ich habe eine Erfahrung gemacht. Während des Tages dachte ich immer wieder: "Ach, nur einen Schluck trinken, das wird nicht schaden." Aber das wäre geschummelt und ich hätte nicht erfahren, wie es einem mit echtem Trockenfasten geht.
Und wer von euch auch schon trocken gefastet? Wie ging es euch damit?
Gilt das noch als Trockenfasten mit einer Darmspülung? ;-)
AntwortenLöschenEigentlich nicht...
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