Manche Menschen greifen zur Zigarette, wenn sie Stress oder Probleme haben, manche zur Flasche. Die einen gehen ins Fitness-Studio und schwitzen dort bis zum Umfallen, die anderen sind Meister darin so zu tun, als ob es gar kein Problem gäbe.
Und ich? Ich gehe in den nächstgelegenen Park, wo eine uralte Eiche steht. Und unter der Eiche steht eine sehr gemütliche Parkbank, auf die ich mich auch niederlasse. In meiner Tasche habe ich hochqualitativen, wenig gesalzenen Schinken für eine besondere Helferin: Eine sprechende Katze.
Beim ersten Treffen vor vielen Jahren wollte ich mich in die Psychiatrie einweisen lassen. Damals kam ich aufgelöst in den Park, mir war zum Heulen zumute, ich war verzweifelt und wusste einfach nicht weiter. Als ich mich auf die Bank setzte und mein Sandwich mit dem besagten wenig gesalzenen Schinken heraus holte, kam vom Baum eine schwarze Katze herunter. Sie sah zwar gut genährt und absolut nicht nach Straßenkatze aus, aber sie zeigte so intensives Interesse an meinem Sandwich, dass ich ihr ein Stück abbrach und auf die Bank neben mir legte.
Die Katze hat geschickt das Brot zur Seite geschoben und den Schinken mit größtem Vergnügen und leichtem Knurren verschlungen. Dann schmiegte sie sich schnurrend an mein Bein, streifte mit dem Kopf meine Hand und sah auf mein Sandwich. Daraufhin habe ich ihr den Schinken auf die Bank gelegt und auf dem Brot ohne Belag gekaut. Als die Katze mit ihrer „Beute“ fertig war (es war ja schließlich ehrlich erbeutet, auch wenn nicht frisch gejagt), sah sie mir in die Augen und sagte ganz deutlich „Danke dir.“
Keine Ahnung, was andere tun würden, wenn sie eine Katze sprechen hören.

